Wissenswertes

Wann spricht man von einer Manufaktur?

Eine Uhrenmanufaktur bezeichnet einen Betrieb, der eigene Uhrwerke entwickelt, herstellt und weitgehend auf Zulieferer verzichtet. Die Herstellung einer Armbanduhr teilt sich in viele Arbeitschritte, besonders in der Montage und Justage des Uhrwerks ist der Sinn des Wortes Manu- (lat. manus – Hand) und Faktur (lat. factura – das Machen, die Herstellung) wörtlich gegeben.

Weshalb können Uhren mit den gleichen Basiswerken unterschiedliche Preise haben?
Verschiedene Uhrenmarken verwenden den gleichen Uhrwerktypus von nur einigen Zulieferern. Heutzutage ist es einfach herauszufinden, welches Basiswerk in einer Uhr eingebaut wurde: Durch die Finissage wird ein Uhrwerk auf den gewünschten Standart einer Uhrenfirma gebracht. Besonders bei Uhren mit einem Glasboden ist ein schöner Abschluss des Uhrwerks von enormer Bedeutung. Diese letzten und hoch aufwändigen Schritte an einem Uhrwerk erledigen Spezialisten während einem zeitintensiven Prozess. Dementsprechend bringen identische Basisuhrwerke die unterschiedlichsten Testresultat hervor und sehen natürlich auch ganz anders aus.

So bekommt das Uhrwerk eine preisrelevante Rolle. Weitere wichtige Faktoren für die Preisgestaltung sind die Konstruktion und Formgebung des Gehäuses, Veredelungen, das Zifferblatt und die Zeiger.

Sind Luxusuhren im Ausland günstiger?
Der jeweils gültige Wechselkurs beeinflusst den Preis einer Uhr. Trotzdem zeigen unsere Erfahrungen ganz klar, dass aktuelle Uhrenmodelle in der Schweiz preiswerter sind als im Ausland. Dies wegen der im Ausland generell höher angesetzten Steuern. Auch die markanten Mehrwertsteuersätze verteuern Uhren, welche im Ausland gekauft werden. Sie dürfen davon ausgehen, dass eine in der Schweiz erworbene Markenuhr um einiges attraktiver im Preis ist.

Für den Kauf einer Markenuhr im Schweizer Uhrenfachgeschäft sprechen überdies auch der hochstehende Service, die Kompetenz sowie das Vertrauen in den Händler.

Aufziehen
Eine automatische Uhr kann entgegen landläufiger Meinungen beim Aufziehen nicht überdreht werden. Wenn eine Uhr nach dem Aufziehen der Feder nicht anläuft, liegt es meist daran, dass das Räderwerk verschmutzt ist oder das zum Schmieren verwendete Öl zu zäh geworden ist.

Chronograph
So bezeichnet man eine Uhr mit einer Stoppfunktion. Seit 1930 gibt es Armbanduhren mit zwei separaten Drückern, einer für die Start- und Stoppfunktion, der andere für die Nullstellung. Der Begriff Chronograph stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt «Zeitschreiber». Heutige Chronographen zeigen also einen Zeitabschnitt oder sind schlicht und einfach eine Stoppuhr.

Chronometer
Ein Chronometer ist eine Uhr, die vom unabhängigen Schweizer Observatorium «Conrôle Offociel Suisse des Chronomètres (C.O.S.C.)» überprüft worden ist und einen 15-tägigen Test bestanden hat. Chronometer steht auch umgangssprachlich für eine sehr genaue Uhr.

A/h
Die Einheit «Alternances par heure» bezeichnet die Messung der Taktfrequenz der Unruh. Eine Uhr, mit beispielsweise 28’800 A/h – also Halbschwingungen pro Stunde – macht in einer Stunde 14’400 mal Tick und 14’400 mal Tack. Für die Umrechung in Hertz wird die Taktfrequenz in A/h durch die Zahl 7’200 geteilt.

Hemmung
Die Hemmung setzt sich aus der Unruh, dem Anker und dem Ankerrad zusammen. Gemeinsam sind diese drei Komponenten dafür verantwortlich, dass das Uhrwerk nicht in der gleichen Zeitspanne wieder abläuft, in der es aufzogen wurde – was viel zu schnell wäre. Die Hemmung unterteilt die Zeit in gleich grosse Abschnitte und gibt periodisch das Räderwerk frei, um es sofort wieder anzuhalten. Die Gleichförmigkeit der Schwingungen muss möglichst unabhängig von der Federspannung ablaufen.

Ewiger Kalender
Eine Uhr mit einem ewigen Kalender verfügt ausser den gebräuchlichen Kalenderanzeigen – wie Datum, Wochentag, Monat und Mondphasen – über einen besonderen und anspruchsvollen Mechanismus, der ohne manuelle Korrekturen ca. über 100 Jahre die unterschiedlichsten Monatslängen und Schaltjahre unseres gregorianischen Kalenders genau berücksichtigt und angibt.

Leistung
Die Unruh, das Herz der Uhr, pulsiert stündlich 28’800 mal hin und her. Würde die Winkelstrecke, die ein Punkt auf dem Unruhreif zurücklegt, auf das 16-Zoll-Rad eines Autos übertragen, käme man auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 90 km/h. Im Jahr ergibt das 788’400 Kilometer. Ein Automotor könnte dieser Beanspruchung kaum standhalten. Alle vier bis sechs Jahre muss eine Uhr, damit sie diese Leistung erbringen kann, durch den Spezialisten gewartet werden. In dieser Zeitspanne hat die Uhr 3’942’000 km geleistet, das 100-fache des Erdumfangs oder mehrere Reisen zum Mond und zurück.

Mechanische Uhren
Bei mechanischen Uhren wird die gespeicherte Energie konzentriert abgegeben und in eine Drehbewegung der Anzeigevorrichtung (die Zeigerachsen) umgesetzt. Die Unruh einer Uhr bewegt sich in einer Stunde fast 30’000 mal hin und her – eine enorme Leistung.

Ganggenauigkeit
Die Ganggenauigkeit und Gangabweichungen hängen zum grossen Teil von Faktoren ab, auf die der Uhrmacher nur geringen Einfluss hat und nehmen kann. So zum Beispiel:

– Starke magnetische Felder
– Schläge, Stösse und heftige Vibrationen auf das Uhrwerk
– Traggewohnheiten und die Lage der Uhr
– Verharzung des Öls und Fettes im Uhrwerk
– Alter der Uhr

Diese und weitere Einflüsse haben heute trotz bester Technik und hervorragendem Material bedeutenden Einfluss auf die Ganggenauigkeit einer Uhr. Eine mechanische Uhr kann, was die Ganggenauigkeit anbetrifft, nie mit einer Quarzuhr verglichen werden. Eine hochwertige, mechanische automatische Armbanduhr darf pro Tag ca. fünf bis zehn Sekunden Gangabweichung haben. Dies bedeutet bei 86’400 Sekunden pro Tag eine Ganggenauigkeit von etwa 99,99%. Ein hervorragender Wert!

Quarzuhr
Eine Uhr, welche anstelle eines mechanischen Regulierorgans durch einen Oszillator betrieben wird. Die Frequenz des Oszillators wird mit Hilfe eines Schwingquarzes eingehalten, die Energie kommt von einer Batterie.

Revision
Alle Uhren sollten in gewissen Abständen, je nach Dauer des Tragens, revidiert werden. Dabei wird die Uhr in ihre Einzelteile zerlegt, gereinigt und geölt, Teile, die verschlissen sind wie Dichtungen, werden ausgewechselt, das Gangverhalten wird überprüft und erneut zusammengesetzt. Ebenfalls wird das Gehäuse aufgearbeitet. Mechanische Uhren sollten alle vier bis sechs Jahre revidiert werden. Die Wasserdichte sollte jährlich kontrolliert werden.

Tourbillon
Das Tourbillon (franz. für Wirbelwind) ist eine Vorrichtung in Armband- und Taschenuhren, um einen Fehler der Ganggenauigkeit aus dem Schwerkrafteinfluss auszugleichen. Durch die Handgelenkbewegung wird das Tourbillon ausgelöst. Der Erfinder des Tourbillons war Abraham Louis Breguet.

Uhrenpflege
Die sach- und fachgerechte Behandlung Ihrer Uhr garantiert Ihnen dauerhafte Freude. Beachten Sie folgende Punkte:

Magnetfelder
Magnetfelder können Ihre Uhr aus dem Takt bringen. Ein elektrisches Gerät bildet z.B. ein solches – deshalb ist Vorsicht geboten.

Schläge
Ebenfalls sind Schläge auf die Uhr und ganz speziell auf die Krone zu vermeiden. Gewisse Sportarten wie Golf oder auch Laufsportarten sind deshalb eine besondere Herausforderung für Ihre Uhr.

Temperaturunterschiede
Extreme Temperaturunterschiede sind zu vermeiden.

Gläser
Es gibt unterschiedliche Gläser, einige sind kratzanfälliger als andere. Saphir- und Mineralgläser sind sehr hart, leider können diese aber nicht poliert werden. Plexigläser hingegen kann man mit einer Polierpaste und bei tiefen Verletzungen sogar mit einer Polierscheibe recht gut wiederherstellen.

Wasserdichtheit
Gefahren: Es gibt viele chemische Substanzen, wie Parfüm oder Reinigungsmittel, die das Armband, das Gehäuse oder die Dichtungen beschädigen können. In der Folge ist die Wasserdichtheit eingeschränkt. Diese ist nie uneingeschränkt garantiert, denn auch das natürliche Altern einer Uhr und die Einwirkungen von Aussen beeinträchtigen diese.

Kontrolle der Wasserdichtheit: Bei regelmässigem Gebrauch im Wasser empfehlen wir eine jährliche Kontrolle. Zu beachten ist, dass selbst diese Kontrolle eine Momentaufnahme darstellt. Die Krone sollte niemals unter Wasser betätigt werden. Je nach Angaben kann Ihre Uhr mehr oder weniger Wasser vertragen. Händewaschen ist bei den meisten Uhren kein Problem.

Unterschiedliche Wasserdichtheit: Beachten sie die Hinweise für Ihre Uhr: Bei einer Angabe ab 3 bar – 30 m – 100 ft sind Wasserspritzer keine Gefahr; ab 5 bar – 50 m – 165 ft dürfen Sie sorglos Duschen, Schwimmen und Sportarten auf und am Wasser ausüben; ab 10 bar – 100 m – 330 ft kann auch geschnorchelt und Wasserski gefahren werden; ab mehr als 30 bar ist eine Uhr tiefseetauglich.

Taucheruhren: Eine Taucheruhr muss der Industrienorm DIN 8306 entsprechen – viele Uhren erfüllen die Norm 8310, leichter Schutz vor Spritzwasser.

Auf dem Gehäuseboden einer Taucheruhr wird angegeben, unter welchen Druckbedingungen sie voll funktionsfähig ist und in welche Tiefe getaucht werden darf.

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